Sonnenschutzfolien bei Isolierverglasung
Darauf muss ich achten
Isolierverglasungen – also Mehrscheiben-Isolierglas (meist 2-fach oder 3-fach) – sind komplex aufgebaute Systeme, die speziell aufeinander abgestimmte thermische Eigenschaften besitzen. Jede Scheibe, der Abstandhalter, das Gas im Scheibenzwischenraum und der Randverbund spielen zusammen, um einen optimalen Wärmedämmwert zu erreichen. Wenn auf die Innenseite der Verglasung eine Sonnenschutzfolie aufgebracht wird, gerät dieses System aus thermischem Gleichgewicht. Der Grund dafür ist der Wärmefluss, der bei einer innenliegenden Folie nicht mehr wie vorgesehen ablaufen kann.
a) Thermische Spannungsrisse
Wenn eine Glasfläche ungleichmäßig erhitzt wird, z. B. nur teilweise von der Sonne bestrahlt oder durch Folie zusätzlich erwärmt, entstehen Spannungen im Glasgefüge.
- Der Randbereich bleibt oft kühler.
- Die Folie heizt die innere Scheibe aber stark auf.
- Die Temperaturunterschiede führen zu thermischen Spannungen, die das Glas nicht ausgleichen kann.
Die Folge: Spannungsrisse, die meist diagonal oder sternförmig auftreten. Diese Art von Glasbruch wird nicht von Herstellern oder Versicherungen abgedeckt.
b) Schädigung des Randverbunds
Der Randverbund, also das Dichtsystem aus Abstandhalter, Butyl, Trockenmittel und Sekundärdichtung, ist sensibel gegenüber Überhitzung. Durch die höhere Erwärmung kann es zu:
- Austrocknung des Dichtstoffs
- Veränderung des Butyls
- Undichtigkeiten der Scheibe
- Eindringen von Feuchtigkeit kommen
In der Folge können Isolierglasscheiben „blind“ werden (milchig, beschlagen), weil das Gas entweicht und Feuchtigkeit eindringt. Ein klassischer, teurer Schaden.
c) Verlust der Hersteller-Garantie
Nahezu alle Isolierglashersteller schließen Schäden durch nachträgliche Innenfolien aus der Gewährleistung aus. Das heißt: Wenn etwas kaputtgeht, haftet der Kunde oder der Folienverarbeiter.
a) Reflexion bereits VOR dem Eindringen ins Glas
Außenfolien stoppen den größten Teil der Sonneneinstrahlung, bevor sie überhaupt ins Isolierglas gelangt. Dadurch kommt es zu:
• deutlich geringerer Erwärmung der Scheiben
• keiner Überhitzung im Glasaufbau
• minimalem thermischen Stress
Die thermische Belastung bleibt innerhalb der Werte, für die das Glas ausgelegt ist.
b) Höhere Wirksamkeit beim Hitzeschutz
Außenfolien sind in der Praxis effektiver als Innenfolien, weil:
• weniger Wärme ins Gebäude gelangt
• weniger Energie im Glas hängen bleibt
• Räume spürbar kühler bleiben
Der Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) ist bei Außenfolien in der Regel deutlich niedriger.
c) Längere Haltbarkeit bei modernen Außenfolien
Hochwertige Außenfolien sind mit:
• UV-beständigen Klebern
• kratzfesten Oberflächen
• wetterfesten Beschichtungen
ausgestattet und halten viele Jahre, teilweise mit Herstellergarantien von 7, 10 oder 12 Jahren.
4. Zusammenfassung für Sonnenschutzfolien auf Isolierverglasung
Innenfolien + Isolierglas = hohes Risiko
→ Spannungsrisse
→ Undichter Randverbund
→ Beschädigungen durch Überhitzung
→ Garantieverlust
Außenfolien = sichere, professionelle Lösung
→ hitzeschutzwirksam
→ thermisch unkritisch
→ hohe Lebensdauer
→ klare Empfehlung für alle Isolierverglasungen